Geschichte BKH - Britisch Kurzhaar vom Adlersgrund

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Geschichte BKH

Name
Britisch Kurzhaar/British Shorthair
Körperbau
Plumptyp
Farbschläge
einfarbig Schwarz, Blau, Creme, Rot, Lilac, Chocolate und Weiß, Tabby, Schildplatt, Bicolour, Smoke und Tipped

Ursprünge der Britisch Kurzhaar:

Stammt von westeuropäischen Hauskatzen ab und ist insofern mit Millionen von Stubentigern, Bauernkatzen und verwilderten Streunern verwandt, auch wenn die Züchter dieser edlen Geschöpfe nicht gern daran erinnert werden. Wenn ein Kind eine Katze malt, sieht sie unweigerlich wie eine Britisch Kurzhaar aus, und manche Züchter anderer Rassen blicken deshalb auf diese Rasse etwas verächtlich herab. In Wahrheit werden diese Tiere allerdings ebenso sorgfältig gezüchtet wie ihre exotischeren Verwandten.

Als die Römer vor rund 2000 Jahren Europa eroberten, brachten sie Katzen mit,die ihre Lebensmittelvorräte bewachten. Es ist belegt, das römische Siedler die Samtpfoten als Hausgenossen und Mäusejäger hielten. Zweifellos kam es während der 400-jährigen römischen Vorherrschaft zu Kreuzungen zwischen den in ganz Westeuropa heimischen Wildkatzen und ihren zugewanderten Vettern. Man geht davon aus, dass das "klassische" gestromte Tabbymuster, das man bei Katzen mit und ohne Stammbaum gleichermaßen findet, aus einer Mutation des getigerten Wildkatzenmusters hervorging. Durch zufällige Kreuzungen zwischen römischen Hauskatzen und Wildkatzen entstanden Kurzhaarkatzen, die bereits dem heutigen Typus ähnelten, jedoch schlanker und hochbeiniger waren. Sie wiesen eine große Vielfalt an Farben und Mustern auf.

Im 14.Jahrhundert führte Bartholomew Gianvil neben weißen, roten u. schwarzen Katzen auch solche auf, die "gesprenkelte" Zeichnungen aufwiesen. Zweifellos gab es bei Haus- und Bauernhofkatzen bereits eine Art selektive Zucht, beispielsweise wenn ein Bauer merkte, dass eine Kätzin eine besonders geschickte Mäusefängerin war und ihre Jagdfertigkeiten an ihren Nachwuchs weitergab, und mit diesem Muttertier eine effiziente Zuchtlinie etablierte. Möglicherweise beruht das gelassene, eher passive Temperament der Britisch Kurzhaar auf der Bevorzugung ruhiger Hausgenossen. Solange es keinen organisierten Zuchtbetrieb und keinen Rassestandard gab, waren diese Ansätze allerdings auf einzelne Züchter beschränkt.


Beginn der Zuchttätigkeit:

Der Vater der britischen Katzenzucht, Harrison Weir, sorgte praktisch im Alleingang für die Erhebung der gewöhnlichen britischen Hauskatze in den Adelsstand der Edelkatze. Bei der ersten Katzenausstellung Großbritanniens 1871 waren Britisch Kurzhaar die klaren Favoriten, und das blieb auch so bei den darauf folgenden Shows und noch als Weir 1892 sein bahnbrechendes Buch " Our Cats " veröffentlichte. Er engagierte sich mit Herz und Seele für das Wohl der Samtpfoten und hoffte, wenn es ihm gelänge, den Charme und die Qualitäten dieser Rasse hervorzuheben, würden die Halter ähnlicher, aber nicht so hoch geschätzter Kurzhaarkatzen besser für ihre Tiere sorgen. Er glaubte, "die vor dem Kaminfeuer sitzende Hauskatze würde dann für ihren Besitzer eine Schönheit und Attraktivität besitzen, die ihm bis dahin entgangen war, einfach weil sie nicht kultiviert wurde." Weir legte später den Vorsitz des von ihm gegründeten National Cat Club nieder, weil er meinte, den Mitgliedern gehe es weniger um das Wohlergehen der Katzen als um den Wettbewerb, doch zu dieser Zeit hatte er die britischen Kurzhaarkatzen bereits durch die Schaffung des ersten Rassestandards ins Rampenlicht gestellt. Nicht zuletzt war die Britisch Kurzhaar damals die einzige Rasse, von der es genügend Vertreter im Land gab.


Merkmale:

Am treffendsten lässt sich das Erscheinungsbild der Britisch Kurzhaar wohl als "stabil" bezeichnen. Ihre Stämmigkeit verleiht diesen Katzen ein majestätisches, herablassendes Flair, doch sind sie trotzdem ideale Hausgenossen. Sie sind ausgesprochen stark und aufgrund ihrer an Wind und Wetter gewöhnten Ahnen berühmt für ihre Zähigkeit, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit. Vom Körperbau her gehört die Britisch Kurzhaar zum Plumptyp (Cobby), das heißt, die Tiere sind breitschultrig, muskulös und sehr kräftig. Sie besitzen einen ausladenden Brustkorb, kurze, stämmige Beine und einen ausgewogenen Rücken. Die Pfoten sind dick und am Ende gerundet. Der Kopf sitzt auf einem kurzen, massigen Hals und ist vor allem bei Katern breit und rund. Der Nasenrücken ist kurz, breit und gerade, ohne Stopp, die Wangen sind ausladend. Die kleinen, runden Ohrmuscheln sind tief am Kopf angesetzt, sodass der untere Ansatz mit dem äußeren Augenwinkel eine Linie bildet. Die großen, runden Augen sollen einen gelassenen, intelligenten Ausdruck haben.


Einfarbige Katzen (Self):

Ursprünglich galten vor allem die einfarbigen Britisch Kurzhaar als besonders attraktiv, denn zu jener Zeit waren diese Farbschläge bei den anderen Rassen eher rar. Damals (und nach Ansicht vieler Züchter auch heute noch) war vor allem die Farbe Blau (Blue) beliebt, die auch als erste in Nordamerika anerkannt wurde. Es handelt sich eigentlich um ein bläuliches Grau, das die kraftvolle Erscheinung und selbstsichere Art dieser Rasse sehr schön unterstreicht. Der Rassestandard fordert ein helles bis mittleres Blaugrau ohne Weiß, helle Haarspitzen oder Tabbymuster. Bei blauen Welpen sieht man oft noch eine Geisterzeichnung, die aber nach wenigen Monaten wieder verblasst. Nasenspiegel und Pfotenballen sind blau, die Augen leuchtend kupferfarben oder orange.

Der FIFé - Standard der Britisch Kurzhaar:
Größe
Groß bis mittelgroß
Kopfform
Rund, breit, massiv mit breitem Schädel
Nase
Kurz, breit und gerade mit einer leichten Einbuchtung, jedoch keinen Stop
Kinn
Kräftig
Ohren
Klein, Spitzen leicht rund, weit gestellte Platzierung
Augen

Groß, rund, weit geöffnet und weit auseinander gesetzt, kupferfarben oder dunkelorange, blau, oddeyed, grün oder blaugrün
Hals
Kurz, sehr kräftig und gut entwickelt
Körper
Muskulös, gedrungen, breite Brust, Schultern und Rücken stark und kräftig
Beine
Kurz und stämmig, Pfoten rund und kräftig
Schwanz
Kurz und dick, leicht gerundet an der Spitze
Fell
Kurz und dicht, nicht flach anliegend, mit guter Unterwolle, feine Textur, Textur soll fester im Griff sein
Farbe
Jedes Haar bis zur Wurzel einheitlich in der Farbe (ausgenommen Tabby- und Silbervarietäten)
Punkteskala Britisch Kurzhaar:
Kopf

- allgemeine Form

- Nase

- Kiefer und Gebiß

- Stirn

- Kinn

- Platzierung und Form der Ohren

- Form, Größe u. Platzierung der Augen

30 Punkte
Augenfarbe

10 Punkte
Körper

- Körperbau, Größe, Knochenbau

- Höhe der Beine und Form der Pfoten

- Schwanz und Länge

20 Punkte
Fell
- Farbe

- Zeichnung und Muster

- Tipping, Flecken

- Qualität, Textur und Länge

35 Punkte
Kondition

5 Punkte
Gesamt

100 Punkte
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